Tiere: Wie können Tiere mit dem Klimawandel umgehen?

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Aktualisiert am Fri Feb 26 2021

Aufgrund des schmelzenden Meereises werden alle Eisbären bis 2100 verschwunden sein. Und es sind nicht nur die Eisbären betroffen: viele Tierarten sind durch den Klimawandel gefährdet.

Earthly umarmt Pinguin

Tatsächlich glauben Wissenschaftler:innen nun, dass der Planet vor einem Massenaussterben steht, das teilweise auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Aber was bedeutet das jetzt eigentlich?

Tiere, Pflanzen, Pilze und Bakterien sind alles Beispiele für lebende „Organismen“. Sie alle haben etwas gemeinsam - wie etwa die Fähigkeit sich zu bewegen, zu essen und zu wachsen. Wahrscheinlich werden viele von ihnen ebenfalls vom Klimawandel betroffen sein.

Organismen können in verschiedene Arten eingruppiert werden. Wenn es keine lebenden Exemplare dieser Spezies mehr gibt, bezeichnen man sie als ausgestorben. Die „Lebensdauer“ einer Art variiert, allerdings schätzen Wissenschaftler:innen, dass Arten zwischen 1 und 10 Millionen Jahren existieren.

Aussterbeaufzeichnungen

Jüngste Aussterbefälle

Wie viel schneller ist die geschätzte aktuelle Aussterberate verglichen mit der normalen Aussterberate (berechnet anhand von Fossilien)?


Obwohl es natürlich ist, dass Arten aussterben, steigt die Anzahl der Arten, die aussterben aufgrund menschlicher Aktivitäten und dem von Menschen verursachten Klimawandel.

Aussterberaten der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Man geht davon aus, dass etwa 1 Million Pflanzen- und Tierarten vom Aussterben bedroht sind, auch weil die globale Erwärmung so schnell voranschreitet.

Der Kampf ums Überleben wird durch zusätzliche Bedrohungen durch den Menschen erschwert, wie Umweltverschmutzung und Abholzung, die die Heimat vieler Arten zerstören.

Neben dem vollständigen Aussterben ist klar, dass viele Populationsgrößen auch global abnehmen. Zwischen 1970-2014 sind die Größen von über 16.000 Wirbeltierpopulationen aus 4.000 Arten im Durchschnitt um 60% zurückgegangen.

Living Planet Index (LPI)

Wie verursacht der Klimawandel eigentlich das Aussterben?

Es gibt einige Hauptgründe. Zum Beispiel:

  • Hitzewellen, wie zum Beispiel in Australien, wo 23.000 Flughunde im Jahr 2018 an Überhitzung starben.
  • Anstieg des Meeresspiegels reduziert die Verfügbarkeit von Land. Das bedeutet, dass Tiere möglicherweise weniger Zugang zu Nahrung und Lebensräumen haben, was ihre Überlebenschancen verringert.
  • Meerwasserfluten machen das Land und das Wasser salziger. Das ist problematisch für Pflanzen, die nicht an salzige Umgebungen angepasst sind, da Wasser aus ihren Zellen gezogen wird, was sie dehydriert.

Der Ozean

Der Ozean spielt eine wichtige Rolle dabei, die Bedingungen auf der Erde konstant zu halten, indem er sowohl Wärme als auch CO₂ aus der Atmosphäre aufnimmt. Während diese Pufferung für uns an Land gut ist, leiden die Organismen, die im Ozean leben, unter der Belastung unter Wasser. Schauen wir uns ein Beispiel an:

Korallenriffe sind die Heimat von Hunderttausenden, wenn nicht Millionen von Arten. Das macht sie zu einigen der artenreichsten Orte der Erde.

Korallenriffe sind voller Leben

Korallenriffe:

  • Bieten einem Viertel aller Fischarten ein Zuhause.
  • Schützen die Menschen vor Überschwemmungen und Stürmen, indem sie Wellen brechen.
  • Verschaffen mindestens 94 Ländern ein Einkommen, indem sie Tourismus anziehen.

Wenn sie durch Temperaturerhöhungen gestresst werden, werden Korallen weiß und verhungern. Dies wird als Korallenbleiche bezeichnet.

Korallenbleiche

Wir haben bereits eine Erwärmung von 1,0°C erreicht. Korallenriffe sind so empfindlich, dass bei einer Erwärmung von 1,5°C über das vorindustrielle Niveau 70 bis 90 % von ihnen verloren gehen werden. Wenn wir 2°C erreichen, werden fast alle Korallenriffe verloren sein.

Das Leben im Ozean wird auch durch ein Problem verschlechtert, das als Ozeanversauerung bekannt ist: Wenn der Ozean das CO₂ absorbiert, das wir in die Atmosphäre ausstoßen, wird er saurer. Dies kann die chemischen Reaktionen stören, auf die die Arten im Meer angewiesen sind, um zu überleben.

Was können Arten tun?

Um angesichts des Klimawandels nicht auszusterben, haben viele Arten nur drei Optionen, um am Leben zu bleiben.

Was können die Arten im Angesicht des Klimawandels tun?

Flexibel sein

Organismen können ihr Verhalten anpassen, um verschiedene Bedingungen besser zu überleben.

Zum Beispiel macht die Überschwemmung von Land mit Meerwasser es sehr salzig, was Pflanzen dehydrieren kann. Pflanzen, die sich anpassen, um ihre Flüssigkeiten zu regulieren, werden besser mit häufigeren Überschwemmungen zurechtkommen.

Arten müssen ihr Verhalten anpassen, um mit Überschwemmungen fertig zu werden

Abwanderung

Wie viel Prozent der Land-Ökosysteme werden bis 2050 ein verändertes Klima haben?


Eine Möglichkeit, wie Wildtiere darauf reagieren können, ist die Migration (Umzug) in einen geeigneteren Lebensraum. Arten wandern generell in Richtung der Pole (um 17 km pro Jahrzehnt) oder bergauf (um 11 m pro Jahrzehnt), um kühlere Temperaturen zu erreichen.

Wanderung zu den Polen

Entwickeln

Über längere Zeiträume hinweg können Veränderungen in der DNA des Organismus auftreten. Wenn neue und nützliche Gene in einem Individuum auftauchen, können sie sich über viele Generationen hinweg in einer Population verbreiten.

Welche der folgenden Arten könnten genetische Anpassungen an den Klimawandel sein?


Passen sich die Organismen schnell genug an?

Leider ist es unwahrscheinlich, dass alle Arten schnell genug migrieren können, um mit den vorhergesagten Temperaturveränderungen mitzuhalten.

Wie weit müssen sich die Arten an Land im Durchschnitt pro Jahr bewegen, um mit dem Klimawandel Schritt zu halten?


Das ist etwa 10-mal schneller, als die Arten während des Klimawandels am Ende der letzten Eiszeit gebraucht haben, um zu migrieren. Außerdem könnten den Arten die Orte ausgehen, an die sie gehen können, wenn sie auf Barrieren stoßen oder den Gipfel eines Berges erreichen.

Einige Arten können nirgendwo mehr hingehen, wenn sie bereits auf dem Gipfel eines Berges sind, auf einer Insel oder an den Polen festsitzen.
Geografische Barrieren, wie große Gewässer oder menschliche Landnutzungen (wie Ackerland und Straßen) spalten geeignete Wanderrouten.
Dinge wie die Körperform, das Energieniveau und die Art der Fortbewegung können die Reisegeschwindigkeit beeinflussen!

Zusammenfassung

Der Klimawandel ist nur eine von vielen wesentlichen Bedrohungen für die Tierwelt unseres Planeten. Die rapide globale Erwärmung könnte bedeuten, dass sich Arten nicht schnell genug anpassen oder wandern können, um zu überleben. Wir müssen das Tempo der Erwärmung verlangsamen, wenn wir die Ökosysteme und die Dienste, die sie für den Menschen erbringen, schützen wollen.

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