Leben auf dem Land: Können Tiere und Pflanzen den Klimawandel überleben?

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Aktualisiert am Mon Dec 14 2020

Wir wissen jetzt, dass der Klimawandel eine große Bedrohung ist und Tiere, Pflanzen und andere Organismen weltweit vom Aussterben bedroht sind. Wie also können Arten am Leben bleiben?

Sie haben drei Möglichkeiten:

Drei Möglichkeiten zur Anpassung

Flexibel sein

Alle Organismen haben „Anpassungen“ entwickelt – Eigenschaften, die ihnen helfen, in ihrer Umwelt zu überleben. Diese können sich auf Verhaltensweisen, Körperteile oder Dinge beziehen, die in ihren Körpern passieren.

Welche der folgenden Anpassungen können den Arten zu helfen, den Klimawandel zu bewältigen?


Alle sind möglich! Wie schnell allerdings die Antwort ist, hängt von der Art der Anpassung ab.

Verhaltensänderungen sind in der Regel am schnellsten und helfen zu verhindern, dass die Körpertemperatur während einer Hitzewelle zu hoch wird, was die Tiere sonst töten könnte. Die verhaltensbedingte Temperaturregulierung ist besonders wichtig für kaltblütige Tiere (wie Reptilien), weil sie ihre Körpertemperatur mithilfe ihrer Umgebung regulieren.

Auch andere Verhaltensweisen können dazu beitragen, Arten vor Überschwemmungen und Waldbränden zu schützen - wie die Baumwollratten, die ihre Jungen rufen und vor Bränden wegtragen.

Auch körperliche Veränderungen sind wichtig. Wie im Kapitel über das Aussterben erwähnt, wird das Land durch die Überflutung mit Meerwasser sehr salzig, was die Pflanzen dehydrieren kann. Pflanzen, die in der Lage sind, ihren Flüssigkeitshaushalt zu regulieren, können mit häufigeren Überschwemmungen besser umgehen.

Anpassung an salzigere Umgebungen

Abwanderung

Wie viel Prozent der Land-Ökosysteme werden bis 2050 ein verändertes Klima haben?


Die globale Erwärmung von 2°C bedeutet wahrscheinlich, dass 5-20% unseres Landes die Heimat eines völlig anderen Ökosystems sein wird. Weshalb?

Klimabedingte Temperatur- und Niederschlagsschwankungen beeinflussen, was in einem Gebiet wachsen kann. Dies wiederum verändert, wer dort leben kann. Eine Reaktion der Tierwelt auf diese Veränderungen ist ihre Migration (Wanderung) zu einem geeigneteren Lebensraum.

In der Regel wandern Arten in Richtung der Pole (um 17 km pro Jahrzehnt) oder bergauf (um 11 m pro Jahrzehnt) um kühlere Gebiete zu erreichen. Aber das sind nur Durchschnittswerte – viele Arten bewegen sich um vieles langsamer.

Tiere die migrieren

Aber können Tiere schnell genug wegziehen? Und wenn ja, gibt es geeignete Gebiete für sie?
Hindernisse können verhindern, dass Populationen schnell und effektiv migrieren. Zum Beispiel:

Einige Arten können nirgendwo mehr hingehen, wenn sie bereits auf dem Gipfel eines Berges sind, auf einer Insel oder an den Polen festsitzen.
Geografische Barrieren, wie große Gewässer oder menschliche Landnutzungen (wie Ackerland und Straßen) spalten geeignete Wanderrouten.
Dinge wie die Körperform, das Energieniveau und die Art der Fortbewegung können die Reisegeschwindigkeit beeinflussen!

Rechtzeitige Migration (Zeitreisen?!)

Auch Tiere, die nicht direkt vom Klimawandel betroffen sind, können gezwungen sein, zu wandern. So können sie die Interaktion mit Organismen aufrechterhalten, von denen sie abhängig sind.

Aber dann wird es noch komplizierter, wenn sich die Art, von der du abhängst, nicht nur im Raum, sondern auch in der Zeit bewegt!

Wärmere Temperaturen aufgrund des Klimawandels führen dazu, dass der Frühling früher beginnt.

Wie viel früher kommt der Frühling im Durchschnitt verglichen damit, wie es vor ein paar Jahrzehnten war?


Einige Arten reagieren, indem sie früher nisten, früher brüten und migrieren, um sich an die vorzeitige Nahrungsmittelverfügbarkeit anzupassen.

Dies wird dann ein großes Problem, wenn die Arten, die interagieren müssen, sich nicht mehr zur selben Zeit oder am selben Ort befinden. Wenn saisonbedingte Signale einer Art beeinflusst werden, hat dies auch oftmals eine Folgewirkung auf andere Arten, in anderen Ökosystemen.

Den Trauerschnäpper-Populationen, beispielsweise, die sich der vorhandenen Nahrungsquelle anpassen, geht es viel besser als anderen Populationen, die unverändert weiterleben!

Anpassung an den früheren Frühling

Die Brutzeiten von Trauerschnäppern, im Verhältnis zu dem Schlüpfen der Raupen, ändern sich in Tschechien nicht so schnell wie in den Niederlanden.
Das bedeutet, dass Küken nach dem Schlüpfen oft weniger Futter zur Verfügung haben. Aus diesem Grund ist ihre Population um 90% gesunken!

Die direkten Auswirkungen des Klimawandels auf die Tierwelt werden grundsätzlich weniger sein als die negativen Auswirkungen, die durch den Einfluss auf Wechselbeziehungen, wie diese, geschehen.

Neue Sachen ausprobieren

Veränderungen in Bezug auf den Ort und die Zeit, in der Arten vorkommen, ermöglichen es den verschiedenen Arten, auf neue Art und Weise zu interagieren. Das schafft Möglichkeiten für neue Anpassungen.

In der Arktis kommen die Eisbären im Durchschnitt 22 Tage früher an Land, weil das Meereis früher aufbricht. Jetzt treffen diese Eisbären auf Schneegänse, die ihre Eier ausbrüten, und haben angefangen, sie zu fressen! Diese Eier helfen zwar, sind aber nicht so gut wie Robben - es besteht immer noch eine 70%ige Chance, dass die Populationsgröße der Eisbären bis 2050 um ein Drittel zurückgeht.

Entwickeln

Über längere Zeiträume hinweg können Veränderungen in der DNA des Organismus auftreten. Wenn neue und nützliche Gene in einem Individuum auftauchen, können sie sich über viele Generationen hinweg in einer Population verbreiten.

Welche der folgenden könnten genetische Anpassungen an den Klimawandel sein?


Genetische Veränderungen können auch die Tierwanderungen beeinflussen.
Mitteleuropäische Mönchsgrasmücken wandern normalerweise in wärmeren Wintern nach Südwesten. Jedoch haben in den letzten 50 Jahren genetische Veränderungen zu einer neuen Population geführt, die eine kürzere Route in den Nordwesten Großbritanniens fliegt, da die Winter aufgrund des Klimawandels dort nun wärmer sind.

Zugrouten der Mönchsgrasmücke

Natürlich gibt es viele andere Anpassungsmöglichkeiten, die hier nicht erwähnt wurden, und Wissenschaftler sind immer noch dabei zu untersuchen, wie sich Organismen in Zukunft anpassen könnten.

Einige Arten haben möglicherweise auch biologische Einschränkungen, die die Geschwindigkeit der Anpassung verlangsamen:

  • Einen lange Lebenszyklus zu haben: Individuen brauchen eine lange Zeit, um die Geschlechtsreife zu erreichen und Nachkommen zu zeugen. Stubenfliegen beispielsweise haben einen Lebenszyklus von weniger als drei Monaten, im Vergleich dazu kann ein Grönlandwal über 200 Jahre alt werden.
  • Erzeugen von wenigen Nachkommen: Nützliche Gene werden weniger wahrscheinlich weitergegeben.
  • Eine langsame genetische Veränderungsrate haben: es brauch mehr Zeit, um potenziell nützliche Gene hervorzubringen.

Wissenschaftler können diese und andere Merkmale untersuchen, um zu beurteilen, welche Arten oder Populationen aufgrund des Klimawandels am meisten gefährdet sind.

Durchschnittlicher Lebenszyklus verschiedener Tierarten

Passen sich die Organismen schnell genug an?

Der Klimawandel ist historisch gesehen kein neues Problem. Während Nachweise aus vergangenen Klimaveränderungen zeigen, dass Wildtiere sich anpassen können und es auch getan haben, ist die aktuelle Geschwindigkeit des Wandels schneller als je zuvor.

Leider ist es unwahrscheinlich, dass alle Arten schnell genug migrieren, um mit den vorhergesagten Temperaturänderungen Schritt halten zu können.

Rate mal! Wie weit müssen Arten, die an Land leben, im Durchschnitt jedes Jahr migrieren, um mit dem Klimawandel Schritt zu halten?


Es wird vorhergesagt, dass Arten weltweit mindestens 420 Meter pro Jahr migrieren müssen! Das ist 10 mal schneller, als sich Arten während des letzten Klimawandels am Ende der Eiszeit bewegen mussten.

In machen Habitaten müssen Arten ihren Standort schneller ändern als andere - Mangroven, Wüsten und überflutetes Grasland sind Teil der Lebensräume, die sich am schnellsten verändern. Berglandschaften ändern sich hingegen am langsamsten.

Außerdem wird vorhergesagt, dass die Habitate dann für die meisten Arten zurückgehen, wenn die Erwärmung von 1,5-2 ˚C erreicht wird. Zum Beispiel werden 18% der Insekten weniger als die Hälfte ihres jetzigen Habitats bevölkern, sobald die globale Erwärmung 2˚C erreicht.

Zusammenfassung

Derzeit gibt es viele Gefahren für Landlebewesen, eine sehr bedeutende ist der Klimawandel. Die schnelle Erderwärmung könnte bedeuten, dass Arten, um zu überleben, sich nicht anpassen oder migrieren können. Wir müssen das Tempo der Erwärmung verlangsamen, wenn wir die Ökosysteme und deren Dienste für die Menschen schützen wollen.

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